Reisebericht Angelreise: Velfjord AB-Memberreise 2010

Geschrieben von am 25. September 2010 | Abgelegt unter

Autor: Stephan G.

Ich reise mittlerweile schon seit ca. 20 Jahren nach Norwegen und habe schon so manchen kapitalen Meeresräuber erbeuten können. Nur eines blieb mir bisher verwehrt – der Fang des Königs des Nordmeeres, der Fang eines Heilbutts!

Um mir diesen Traum endlich zu erfüllen sollte es in diesem Jahr an den Velfjord nach Nordnorwegen gehen. Ich schloss mich als Einzelreisender einer Gruppenreise, organisiert von Knurris-Angeltouren an.

Ich traf mich frühmorgens in Ludwigsfelde mit dem Rest der Mannschaft. Von hier ging es mit Ralfs Sprinter und einem großen Reisebus gen Norge. Ralf und Steffen wechselten sich mit dem Fahren ab, während dessen wir uns in aller Ruhe die schöne Landschaft geniessen konnten.

Samstag am Vormittag erreichten wir dann endlich das sonnige Hommelstø am schönen Velfjord. Mittags ging es erstmals raus auf den Fjord. Die ersten Stops brachten dann auch schon die ersten kleineren Dorsche. Genau richtig um warm zu werden.

Es war anfangs etwas schwierig; klar in einem neuen Rervier; aber nach und nach stellten sich Erfolge ein. Im Laufe des einwöchigen Aufenthaltes wurden auch fasst täglich schöne Butts zum Filetierplatz geschleppt. Auch unser Boot konnte eine Platte von immerhin 16 Pfund erbeuten. Dieser Butt wurde von Achim beim Schleppen auf einen rot-weißen Frenzy-Mungo-Wobbler erbeutet. Die Freude war dementsprechend groß!

Übrigens konnten wir auch beim Schleppen tolle Pollacks erbeuten. Als TOP-Köder stellten sich hierbei Rapala-Wobbler (X-Rap und Magnum) im Makrelen-Design heraus.

Am 2. Tag unseres Aufenthaltes besuchte mich mein Kumpel Hans, der eine Norwegenrundreise per Wohnmobil unternahm. “Er schenkte mir eine Dose Bier (Hans arbeitet bei einer Brauerei) und meinte zu mir:  “Die trinkst du, wenn du einen schönen großen Fisch gefangen hast…!” Die Tage vergingen wie im Fluge und wir fingen Dorsch, Köhler und Pollack. Ich ließ die Bierdose aber weiter unangetastet…! Viel zu schnell kam der letzte Angeltag….!

…nachdem wir in einen Fjordteil gefahren waren, den wir bisher nicht beangelt hatten, steuerte ich eine kleine Rinne von ca. 30 Metern Wassertiefe an. Ich fischte mit einer Shimano-Jerkrute (WG 70-150g), die mit einer Baitcaster-Multi bestückt war. Die Rolle war mit einer 16er Geflochtenen (Powerline von Gigafish) bespult. Als Köder diente ein kleiner Heringspilker (Shimano Blue-Fox-Herring) von 75g.

Bei der zweiten Drift an dieser Stelle kam der Biss und der Fisch riss in seiner ersten brachialen Flucht über 70m Schnur von der Rolle. Das konnte ich dank des montierten Schnurzählers gut erkennen. Mein Bootskollege Achim meinte zu mir: “Vielleicht ein Riesenköhler?!” Ich entgegnete ihm nur und war mir dabei sehr sicher: “Nein, Achim; das ist ein großer Heilbutt!”

Ich instruierte meinen zweiten Bootskameraden Volker dem offensichtlich kapitalen Fisch etwas hinterher zu fahren. So konnte ich, trotz mehrerer weiterer Fluchten, immer mehr Schnur zurückgewinnen. Schließlich, der Drill dauerte nunmehr 20 Minuten, stand der Fisch in 25 Metern Tiefe und bewegte sich kaum. Ich konnte ein oder zwei Meter Schnur gewinnen, die er mir dann direkt wieder abnahm. Nach weiteren 5 Minuten gab der Fisch meinem gleichmäßigen Druck immer mehr nach und ich konnte ihn gaaanz langsam hochpumpen. Nun musste die Landung vorbereitet werden. Eine Heilbutt-Harpune oder Flying-Gaff hatten wir leider nicht an Bord. Aber Knurri meinte zwei Tage vorher schon zu mir: “Einfach gaffen und mit dem Fisch ins Boot fallen lassen!” Das Bootsheck wurde von Volker freigeräumt, Achim sollte alles fotografieren; auch falls sich der Riese doch noch verabschieden sollte. Leider war nur ein kleines Gaff an Bord, und mir blieb nur noch ein Stoßgebet gen Himmel zu schicken! Hoffentlich verlieren wir den nicht!

Volker sah den Butt als erstes unter dem Boot und schaute mich entgeistert an: ” Den kriegen wir nicht rein!” Ich entgegnete: “Doch, das muss gehen, gib alles!!!” -Und Volker gab alles…!!!

Der Butt tobte und schlug am Gaff sitzend das Wasser schaumig. Volker konnte ihn nicht über Bord ziehen, der Fisch war einfach zu schwer. Ich warf die Rute beiseite und packte die “Tischplatte” an den Kiemen. Mit vereinten Kräften zogen wir den Fisch ins Boot, wo er weiter wild um sich schlug. Die Schwanzflosse hing schon über Bord! Doch der Heilbutt hatte keine Chance, Volker warf sich einfach auf ihn drauf.

“Jaaaaaah , wir haben ihn!!!!” hallten unsere Jubelschreie über den Fjord. Mein Traum war in Erfüllung gegangen. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Ehrfürchtig betrachtete ich den riesigen Fisch und stellte fest, der ist so gross, daß der gerade so quer ins Boot passt. Waaaaahnsinnnn!!!!

Schnell verständigten wir Knurri, der nach kurzer Zeit zur Fotosession mit seinem Boot angefahren kam. Allein konnte ich den Butt nicht heben, so daß mir Achim hierbei gerne zur Hand ging!

Heilbutt 40kg 154cm

Noch vor der Rückfahrt in den Hafen rief ich meinen Kumpel Hans an: “Ich trinke gerade deine Dose Bier….!!!”

In der Anlage angekommen wurde der Fisch natürlich vermessen und gewogen. Ralf hatte die Idee, die Umrisse des Heilbutts auf dem Bootssteg zu verewigen. Vom Anlagenbesitzer Siegmund wurde auch die lokale Presse verständigt. Es wurde mir berichtet, daß vor 2 Jahren ein Heilbutt von 90 Pfund gefangen worden sei und dieser Fisch wäre so die gleiche Liga. Auf jeden Fall wäre das einer der größten Butts der letzten Jahre aus dem Velfjord.

Heilbutt 40kg 154cm

Der Heilbutt wog bei einer Länge von 1,56 Metern 40,5 kg und ergab eine Menge Filet! Den Kopf liessen wir uns aber direkt vor Ort schmecken. Super lecker kann ich nur sagen, und es wurden eine Menge Leute satt davon!

Ich möchte mich auf diesem Wege nochmal bei meinen beiden Bootspartnern Achim und Volker für die gute Zusammenarbeit bedanken. So ein Drill ist Teamarbeit und die war spitze!

Ausserdem noch vielen Dank an Ralf und Steffen von Knurris Angeltouren für die gute Betreuung und die tollen Fotos!

Links:

Fotos der AB-Memberreise 2010

Achims Fotos von der AB-Tour

Ein Kommentar zu “Reisebericht Angelreise: Velfjord AB-Memberreise 2010”

  1. am 29. Mai 2011 um 11:34 1.Heilbutt unterm Boot … und dann dreht er ab. | Angeln in Norwegen schrieb …

    [...] Gruppe um Steffen, der im letzten Jahr hier einen schönen Heilbutt von 40.5kg fangen konnte,  hat es ganz auf Heilbutt abgesehen und konnte gestern ein paar kleinere Exemplare erbeuten. [...]

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