Hängerlösen
Geschrieben von Knurri am 24. April 2011 | Abgelegt unter
Irgendwann ist es soweit: Man merkt noch wie sich der Pilker verkantet und gleichsam einrastet und dann geht nix mehr – kein Vor und kein Zurück … und spätestens jetzt fragst du dich: Wie löse ich eigentlich einen Hänger vom Grund?
In meinen ersten Jahren in Norwegen habe ich Unmengen an Angelzeug verloren, zu Einen lag dies ganz sicher mit an meiner Unerfahrenheit beim Führen der Köder aber ich habe auch entscheidende Fehler gemacht. Jetzt verliere ich nur noch selten einen Pilker oder die Montagen beim Naturköderangeln.
Was ist zu beachten?
1. Monofiles Vorfach!! Ganz wichtig – ohne monofiles Vorfach habt ihr so gut wie keine Chance den Pilker oder das Blei zu lösen! Die 50cm monofiler Schnur bei einer gekauften Parternostermontage reichen nicht aus, knüpft mind. zwei Meter monofile Schnur vor eure geflochtene Hauptschnur. Wir setzen meist auf 0.80 oder 1.0mm Vorfachmaterial. Dieses monofile Vorfach gibt euch Dehnung, Spannung und Dynamik um einen Hänger loszuschlagen und schützt auch die empfindliche geflochtene Hauptschnur vor Steinen und Felsen an denen sie sich sonst schnell durchscheuert …
2. Nach einem Hänger unbedingt sofort ganz lose lassen … dann vielleicht mit leichten Schlägen/Rucken über die Rute und dann wieder loslassen versuchen den Pilker/das Blei zu lösen. Mehrfach versuchen – manchmal klappt es erst beim dritten oder vierten Versuch …
3. Klappt dies wirklich nicht, werden alle anderen Ruten eingeholt und ihr fahrt langsam zurück über den Angelplatz und versucht eure Drift zurück zu fahren … dabei nimmst du erst einmal nur die lose Schnur auf, um dann, ganz kontrolliert, nachdem ihr die Stelle mit dem Hänger überfahren habt, wieder Schnur abzulassen und dann in einem möglichst großen Winkel (aus der anderen Richtung) Zug aufzubauen … auch hier versuchen ab und an mal alle Spannung wegzunehmen – meist lässt sich der Pilker so lösen … gibt nicht gleich auf, manchmal muß man es ein, zwei Mal versuchen …
4. Hilft Alles zu zureden nichts, geht leider nur der harte Weg … viele empfehlen dann die Schnur um ein Holzstück zu wickeln und manuell so lange zu ziehen bis die Schnur reißt … dabei ist uns die Schnur aber oft irgendwo gerissen oder wir haben die Schnur irgendwo verletzt, so dass wir manchmal hunderte Meter Schnur verloren haben, auch ist man während dieser Zeit schon wieder weit abgetrieben andere empfehlen die Schnur am Boot zu kappen, dabei verliert man aber u.U. mehrere 100 Meter Schnur … deshalb machen wir es heut eigentlich immer anders. Vielleicht ist das nicht die feine englische Art – egal, oft haben wir so noch Material retten können: Das Boot fährt langsam eure Drift zurück, die Rute zeigt nach hinten ins Wasser und alle Kraft geht nicht mehr über den Rutenblank, sondern nur noch auf die Rolle, die ihr festhaltet … je nachdem wie gut die Bremse ist, wird diese ganz zu gemacht oder mit der Hand/dem Daumen für genügend Bremswirkung gesorgt … dann strafft sich die Schnur langsam und ihr müsst stark sein … irgendwann gibt irgend etwas nach … oft ist es dann ein aufgebogener Haken oder Sprengring der nachgibt und Pilker, Gummifisch oder Blei ist gerettet … oft genug reißt aber auch die Schnur – dafür dann aber fast zu 100% direkt am Knoten mit dem wir Haupt- und Vorfachschnur miteinander verbinden. So verliert man dann wenigstens nur das Vorfach mit dem Pilker.
5. Wenn ihr Bleie für das Naturköderangeln gießt oder kauft … versucht möglichst keine Kugeln zu nehmen, die rollen gern zwischen Felsen und sitzen dann “Bombenfest” … besser sind längliche Bleie – bspw. haben wir gute Erfahrungen mit selbst gegossenen Bleien aus Kupfer-Heinzungsrohren gemacht – und zwischen Blei und Hauptschnur gehört eine Sollbruchstelle – bitte nie das Blei direkt in die Karabiner der Seabooms einhängen – lieber 10-50 cm monofile Schnur dazwischen schalten, dann habt ihr – zusammen mit der Länge und Bestückung der Mundschnüre – eine gute Kontrolle wie hoch über Grund eure Köder schweben. Selbst kapitale Leng haben wir oft deutlich über Grund fangen können …














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am 14. Mai 2011 um 22:11 1.Klaus schrieb …
Diese Scheiß-Hänger … wie viel Geld ich schon in Norwegens Fjorden gelassen hab, will ich gar nicht genau wissen … und genau so wie ihr halten wir es auch: Alle Ruten raus, dann versuchen den Hänger zu lösen und wenn nichts hilft, hilft Gas geben und die Rolle festhalten.
Viele Grüße,
Klaus
PS: Netter Blog!!