Wichtige Helferlein beim Bootsangeln

Geschrieben von am 29. März 2012 | Abgelegt unter

Wenn man Boostangeler beobachtet fallen einem immer zwei Extreme auf. Zum Einen diejenigen die mit Rute, Rolle und Köderbox und vielleicht noch einem Eimer ihr Boot besteigen und lostuckern und zum Anderen die „Gerätefetischisten“ die erst einmal drei Stunden lang ihr Boot ausrüsten bevor es losgehen kann. Beide sind sicherlich auf ihre Art erfolgreich ein paar Ausrüstungstipps fürs Bootsangeln können aber sicherlich nicht Schaden, vor Allem wenn sie das Angeln erfolgreicher und sicherer machen.

Schwimmwesten und Floating-Anzüge

Auch auf der Ostsee und in Norwegen findet man noch Angler die ohne Schwimmweste oder Floating-Anzüge (Schwimmende Anzüge) auf z.T. sehr bewegtes Wasser hinausfahren. Doch – auch aus eigener Erfahrung – ist niemand gegen einen unfreiwilligen. plötzlichen Sturz ins Wasser gefeit. Wenn dann in der kälteren Jahreszeit sich die wärmende Bekleidung innerhalb von Sekunden in bleischwere und in die Tiefe ziehende Gewichte verwandeln kann man von einer großen Portion Glück sprechen wenn man es dann doch noch zurück ins Boot schafft. Wer dann bei Luft-Temperaturen knapp um den Gefriepunkt und Wassertemperaturen von unter 10° C nicht innerhalb von wenigen Minuten ins Boot gehievt wird wir aller Wahrscheinlichkeit sehr, sehr schnell ohnmächtig – da hilft dann nur noch eine ohnmachtssichere Weste die einen in der richtigen Position über Wasser hält.

Doch selbst bei bestem Wetter auf der Ostsee schafft es niemand sich u.U. über Stunden aus eigener Kraft über Wasser zu halten – zudem helfen die oft auffälligen Farben das Auffinden der über Bord gegangenen Person.

knurri_100.jpg Automatikwesten sind siche, unauffällig und bequem zu tragen. Innerhalb von Sekunden bläst sich die Weste zu einem Kragen auf – bei Preisen ab ca. 50-60 € ein Anschaffung die sich bei häufigen Boosttouren lohnt.
Gaeste_September_038.jpg Normale Westen sind oft auffällig und kosten nicht die Welt. Auch über einem Thermoanzug sind diese noch bequem zu tragen. Bei Preise ab ca. 25€ ein preiswertes und unverzichtbares Hilfsmittel auf jedem Boot!
knurri_floating_boot.jpg Floating- oderSchwimmanzüge halten warm und trocken und sorgen für Auftrieb in der Notsituation. Bei Preisen ab ca. 120€ für jeden Angler der oft bei kühleren Temperaturen unterwegs ist absolut unverzichtbar!

Handscheinwerfer / Taschenlampen

Handscheinwerfer oder lichtstarke Taschenlampen nehmen nicht viel Platz weg und gehören auf jedes Boot. Schnell ist es geschehen – Sie möchten die letzte Beißphase noch mitnehmen und bevor der sichere Hafen erreicht ist, wird es dunkel. Selbst wer den Weg in den Hafen noch findet ist nicht davor gefeit im Dunkeln eine schlecht gekennzeichnete Reuse, ein Fischernetz oder im Wasser treibende Hindernisse zu übersehen. Auch ein entgegenkommendes Boot kann übersehen werden oder Sie übersehen – so wird aus einer verspäteten Heimkehr ein vereidbarer Seenotfall.

Hinweis: Bei Kontrollen durch die Wasserschutzpolizei wird in letzter Zeit häufiger auch das Mitführen einer Taschenlampe überprüft.

Handy / Funktelefon

Heutzutage findet sich in fast jeder Familie ein Handy und wer ein solches besitzt, sollte dies bei einer Bootstour auch nie an Land vergessen. Auf dem Wasser haben Sie bis etwa 10-15 Seemeilen (etwa 18-28km) von der Küste entfernt Netzempfang. Damit läßt sich im Notfall jederzeit Hilfe herbeirufen und auch wenn es doch einmal länger als abgesprochen dauert läßt sich eine teure und aufwändige Suchaktion durch einen erklärenden und beruhigenden Anruf vermeiden. Wichtig für den Notfall ist aber, dass die entsprechenden Nummern im Handy eingespeichert sind, da in einer Notsituation kaum Zeit ist einen u.U. durchweiten Zettel zu entziffern.

In den Nummernspeicher des Telefons gehören also alle relevanten Telefonnummern wie: Vermieter/ Bootsverleiher, Familie und Seenotrufnummern.

Wichtige Telefonnummern sind:

0421-536870 – Seenotleitung in Bremen
124124 – Seenotruf vom Handy (funktiniert leider immer noch nicht in allen Handynetzen)

Habt ihr weitere wichtige Telefonnummern die hier auftauchen sollten? Bitte sendet sie uns!

Seewetterberichte per SMS aufs Handy

Für einen überschaubaren Betrag besteht die Möglichkeit sich aktuelle Seewetterberichte per SMS auf jedes Handy schicken zu lassen. So sind Sie vor der Änderung der Wetterlage gewart. Einige Anbieter versenden auch aktuelle Wetterwarnungen für bestimmte Gebiete per SMS. Die Vorhersagedaten ( die Rohdaten stammen meist vom DWD oder einem anderen nationalen Wetterdienst ) werden entweder automatisch ein- bis zweimal täglich übermittelt oder können von Ihnen selbst abgerufen werden. Die Wetterdaten erscheinen dann in Kurzform auf Ihrem Handydisplay. Hier ein Beispiel: Anbieter sind z.B.:

DPØ7 Seefunk Preise 30€ pro Saison oder 60€ pro Jahr (Stand 10/2005) + SMS-Gebühren Ihres Netzbetreibers
P&B Informationsdienste GbR Ab ca. 27€ pro zwei Wochen (Szand 10/2005)
WetterWelt GmbH
Abrechnung je nach gebuchtem Produkt nach verbrauchten Einheiten
Windfinder.com Die ersten drei SMS sind kostenlo, danach Abrechnung nach gekauftem Kontingent oder ab 5,79€/Monat (Stand 10/2005) – mit Unwetterwarnung

Seenotsignale

Nicht nur auf Küstengewässern, auch auf großen Binnenseen gehören Seenotsignale auf jedes Boot. Selbst nur 200m können in einer Notsituation schon zu weit sein und im Winter kaum aus eigener Kraft zu schwimmen. Als Seenotsignale verwendet werden rote Leut- bzw. Signalraketen, orange Rauchfeuer, eine Nebelhorn, Farbbeutel die das Seewasser großflächig färben und natürlich auch die Signalpfeife an jeder Schwimmweste. Am Besten ist eine Kombination aus optischen und akustischen Notsignalen um auf einen Seenotfall hinzuweisen und somit ergibt es sich, dass es auch sinnvoll ist, mehrere verschiedene Signalmittel mit auf dem Boot zu haben.

Bitte beachten Sie: Seenotsignale dürfen nur gegeben werden, wenn Gefahr für Leib und Leben der Besatzung besteht und daher die Notwendigkeit zur Hilfe gegeben ist. In allen anderen Fällen dürfen diese oder ähnliche Signale nicht verwendet werden, um unnötige und kostspielige Rettungsaktionen zu vermeiden.  Gleichzeit ist jeder, der ein Seenotsignal sieht oder empfängt, verpflichtet unverzüglich Hilfe leisten. Diese Verpflichtung zur Hilfeleistung gilt nach internationalem Seerecht jedoch nur gegenüber Menschen und nicht auch gegenüber dem in Seenot geratenen Schiff.

Die Kosten für die mitgeführten Seenotsignale halten sich in Grenzen – so kosten Handfackeln etwa 7-8€, Fallschirmraketen unter 20€, Signalpistolen unter 30€ – und können im Notfall schnell Hilfe arlamieren zum havarierten Boot führen.

Im ersten Teil des Artikels ging es um die Sicherheit an Bord. Der nächste wichtige Aspekt ist die Ordnung auf dem Boot. Wer sich schon einmal beim hinterherhechten hinter einer sich verabschiedenen Rute fast über Bord gegangen ist weiß was ich meine aber selbst der Verlust hochwertigen Angelmaterials – sei es, dass Rute und Rolle über Bord gehen, sei es, dass die Rute das Gewicht eines durchschnittlichen Mannes nicht ausgehalten hat – ist ärgerlich und vermeidbar.

Rutenhalter

Foto:www.bootsangler.comEines vorweg: Rutenhalter kann man nie genug mit an Borad haben! Es ist eine einfache Rechnung, fahren zwei Angler aufs Wasser hinaus haben sie oft mind. zwei Ruten dabei und schon liegen vier fertig montierte Ruten immer genau da wo man sie wirklich nicht gebrauchen kann. Selbst auf einem größeren Angelboot steht Staurum nicht unbegrenzt zur Verfügung und so verwahrt man die Ruten am besten in fest montierten Rutenhaltern auf. So können die Ruten auch bei etwas schnellerer Fahrt oder starkem Wellengang nicht durcheinander fliegen oder sich gegenseitig beschädigen. Auch beim Schleppangeln sind stabile Rutenhalter unverzichtbar, sonst ist es schnell geschehen, dass ein etwas größerer Fisch die Ruten entwendet.

Lenzpunpe & Ösfass

Egal wie groß das Boot auch ist, immer besteht die Möglichkeit, dass Wasser ins Boot eindringt. Nicht ist ärgerlicher als vom Wasser aufgeweichte Dokumente, durchweichte kalte Füße oder im Wasser rumschwimmendes teure Equipment. Also muß das Wasser dann auch irgendwie wieder hinausbefördert werden. Auf kleineren Booten hilft das„Ösfass“ genannte Hilfmittel das Wasser per Hand wieder hinauszubefördern. Dafür muß nicht unbedingt tief in die Tasche gegriffen werden. Eine abgeschnittene Weichspülerflasche eignet sich hervorragend und ist irgendwann in fast jedem Haushalt vorhanden. Nebenbei bemerkt eignet sich solch ein Behältnis auch Bestens dazu den morgens genossenen Kaffee ohne artistische Übungen über Bord zu befördern .

Auf größeren Booten ist eine Lenzpunpe sinnvoll die das Wasser elektrisch auf Knopfdruck oder per Handkraft nach draußen befördert. Bei manchen Booten findet sich auch eine Lenzöffnung im hinteren Steven des Bootes, die sich dazu eignet bei relativ langsamer Fahrt das Wasser durch während der Fahrt erzeugten Unterdruck heraus zu ziehen. Diese Lenzöffnung bitte aber wirklich nur auf dem fahrenden Boot nutzen, da sonst natürlich Wasser ins Boot eindringt.

Hinweis & Bitte

Fehlt hier etwas oder habt ihr Fragen, Anregungen, Hinweise, Ideen oder eigene Tipps? Wir würden uns freuen, wenn ihr uns diese mitteilen würdet, sie erscheinen dann unter eurem Copyright hier auf der Seite. Einfach Mail an: info@knurri.de

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